Zu "Augenblicke und Wimpernschläge":   



Wimpernschläge sind kurze Momente des Augenaufschlags oder des Schließens eines Blicks - die Abkehr von der äußeren Welt ins Innere oder aber einer Erneuerung des Blicks. Mit anhaltender Freude lese ich seit Tagen in dem Gedichtband (...), der mit fantasievoller, aber immer natürlicher Sprache das Alltägliche und Gewöhnliche auf ungewöhnliche Art beleuchtet, oder aber das Außergewöhnliche versucht unserer alltäglichen Empfindung nahe zu bringen. Dazu gehören einige Gedichte, die vom Spiel von Olga Scheps inspiriert sind. Berührend etwa das über ihren Vortrag von Nr. 1 aus den Trois nouvelles Etudes, diesem melancholischen, sich behutsam, um nicht zu sagen, unschlüssig sich vortastenden Stück. Ist es Verunsicherung, oder Resignation? Sehr schön, wie Boris Greff das sachte Aufheben der Zeit im Ansatz zeigt, ohne dass es vollendet wäre mit dem Komparativ "langsamer rinnt die Uhr". Eine ambivalente Zeit: Verrinnen der Zeit als Ausdruck von Vergänglichkeit und zugleich ein Weg, durch die Erfahrung des Traurig-Schönen "die Zeit in der Zeit" aufzuheben - wie Friedrich Schiller es formulierte. Die Zeit ist ein stetig wiederkehrendes Thema in der Lyrik von Boris Greff. Lyrik kann uns auch zeigen, dass die Dinge eine "andere Seite" haben. Eindrücklich aufrüttelnd etwa "Ich Zwei Punkt Null" S. 72 - mit der Vertauschung von Fantasie und Wirklichkeit angesichts der virtuellen Welt, in der wir uns bewegen. In "Zeilen und Gedankensprünge" geht es wiederum um einen solchen Umschlag, wie ihn ein Wimpernschlag erzeugt - durch den Blick des Anderen. Nicht ein Blick, der - wie bei Sartre - die "Hölle" ist, sondern aus dem Gefängnis der eigenen Gedanken und Vorstellungen befreit.


Ich hoffe, mir ist es ein wenig gelungen, (...) Neugier (...) zu wecken für diesen wunderbaren Gedichtband!

Dr. Holger Kaletha, Tamino Kulturforum

https://www.tamino-klassikforum.at/index.php?thread/19160-aktive-pianisten-unserer-tage-olga-scheps-kraft-und-seele/&postID=751753#post751753


Wenn man erst einmal begonnen hat, die Gedichte von Boris Greff zu lesen, kann man fast nicht mehr damit aufhören, ehe man nicht am Ende angekommen ist. Andererseits: Jeden Tag ein Gedicht wäre auch perfekt, mit Zeit, sich die tiefgreifenden Gedanken von Boris Greff gründlich durch den Kopf gehen zu lassen. Wunderbar!

Frank Schroeder, Autor

Dieser Band hier von Boris Greff: "Augenblicke und Wimpernschläge" hat allerdings mein Interesse geweckt und mein Gefallen gefunden! Irgendwie anders und doch gut verstehbar, eckig und kantig und doch irgendwie rund, hochemotional und dabei intuitiv verstehbar, und in den meisten Fällen: in Strophen, die sich reimen, ohne behäbig oder gequält zu wirken. Das mag ich sehr. Dazu durchflügelt von Naturimpressionen ergibt dieser Lyrikband für mich eine Schatzkiste, in der ich gerne und oft stöbere.

-Katja  Bohlander-Sahner


"Greff ist Sprachwissenschaftler. Er studierte unter anderem Anglistik und Hispanik und er liest Lyrik. Und schreibt darum, da er sich mit dem Medium auskennt, einen weitaus höheren Ton und auch sprachlich wertvoller, als viele (...)

Auch Worte, wie sie nicht annähernd alle schreiben können, setzt er ein. (...)

Greff schreibt Reime, wie sie andere nicht treffen. (...)

Es gibt Reimvorgaben und manche machen das schief und krumm. Greff nicht.

Er ist feingeistig."

- Uwe Kraus


Die Zeilen von Boris Greff sind ebenso ergreifend wie Boris' Stimme selbst. Davon konnte ich mich persönlich bei einer Lesung mit Boris Greff überzeugen. Seine Gedichte muss man genießen; mehrmals lesen, da jede Zeile neue, verrückte Bilder erzeugt und so jedes Gedicht ein wahres Gedanken-Feuerwerk im Kopf hervorruft! Klare Empfehlung - insbesondere als Geschenk für die tristen Herbsttage!

-Frederic Buchheit